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Montag, 11. April 2016

Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein



Etwas Unglaubliches ist geschehen. Ich habe physikalisches Wissen aus der - vermutlich - 7. Klasse reaktiviert. Unfassbar!! Wer weiß, wie ich zu Naturwissenschaften stand, insbesondere zu Chemie, Mathe und Physik, dem muss dies doch auch wie eine Sensation vorkommen. Naturwissenschaften kamen gleich hinter Sport, was mir auch keinen Spaß machte, weil ich die Dicke war, die erstens keine Runde ohne asthmatische Anfälle um den Sportplatz kam, und zweitens nicht übers Pferd sprang, sondern dagegen und drittens.... Ach, diese Liste ließe sich bis - wahrscheinlich - 1473 fortführen. Aber kommen wir zur Physik.
Heute Morgen im Bus ist es passiert: Als die Frau neben mir Anstalten machte, sich quasi auf mich zu setzen oder zu stellen bzw. sich auf mein Kind zu legen, welches in der Karre schlummerte. Ich habe Menschen sowieso noch nie verstanden, die in den Bus steigen und sich dann dahin stellen wollen, wo schon jemand steht. Hallo? Und heute Morgen war meine erste (wütende) Reaktion: Alte, wo ein Körper ist, kann kein anderer sein!! Also, wenn das kein Merksatz aus dem Physikbuch ist/war!! Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein. Tja, und das ist nur der Anfang. Denn gleich kam mir das nächste physikalische Prinzip in den Sinn, denn: Sie versuchte es mit Verdrängung!!! Sie kam immer näher und wollte offensichtlich an unsere Stelle treten. Astreine Verdrängung! Ist das nicht auch total physikalisch?? Und, noch während ich das hier schreibe, komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob ich

  1. wirklich so ein Schlafdefizit habe, dass ich dies ernsthaft veröffentlichen will, ich  
  2. in der Schule doch fürs Leben gelernt habe oder aber
  3. zu viel Kontakt mit Sheldon bei Pro 7 hatte, aber vielleicht
  4. einfach nur so in den Wahnsinn abgleite, weil ich gerade nichts Besseres zu tun habe?!

Donnerstag, 3. März 2016

Sicherheitshalber



Es nagt schon die ganze Woche an mir. Am Montagmorgen fuhr ich mit der S1 von Altona nach Barmbek. Dort angekommen, standen gleich vor der Tür zwei wahnsinnig wichtige Hochbahn-Sicherheits-Menschen, die man quasi umlaufen musste, um aus der S-Bahn zu gelangen. Wissendes Lächeln, sich breiter machen, als man ohnehin schon ist... Alle durften passieren, aber der Hinz-und-Kunzt-Verkäufer, der gleich nach mir ausstieg, wurde sofort abgefangen und aufgefordert, seinen Fahrschein vorzuzeigen. Sicherheitshalber hat man ihn umzingelt und andere Dorfdisko-Türsteher zur Hilfe geholt. Jeder weiß, wie gefährlich arme, vom Leben gebeutelte, Menschen sein können...
Ich habe das Gefühl, sowas passiert dauernd. Menschlichkeit ist bei den mir bisher begegneten Sicherheitsleuten nicht anzutreffen gewesen. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass sich der oder die jeweilig Agierenden so richtig wohl in seiner oder ihrer Haut gefühlt haben. Und ich komme nicht umhin, mehr und mehr davon auszugehen, dass das Menschen sind, die woanders zu kurz gekommen sind und sich nun freuen, auch mal was zu melden zu haben. Und sei es drum, noch Schwächere anzuscheißen oder schlecht (so richtig schön von oben herab) zu behandeln.
Auf der Seite der Hochbahnwache steht u.a.: "Der Mensch steht für uns immer im Mittelpunkt." Auch, dass es sich um "umfassend ausgebildete Mitarbeiter" handelt. Vielleicht sollte man den einen oder anderen Ausbildungsinhalt noch einmal überprüfen oder verbessern.