Es ist wohl wahr: Fahrradfahren verlernt man nicht.
Das hat schon meine Oma behauptet und sie soll auch dieses Mal völlig richtig
liegen. Nachdem ich mich vor einiger Zeit um meine mecklenburgischen
Kompetenzen sorgte und unter anderem befürchtet hatte, ich könnte ohne
Stützräder nicht mehr Fahrrad fahren, weil ich es in Hamburg aufgrund von
großstädtischer Unspaßigkeit und fehlendem Freiraum einfach nicht tue, konnte
ich mir heute - während sich die heimische Krabbeltier- und Insektenwelt auf
mir austobte - das Gegenteil beweisen. Ich kann's! Und dabei kam mir auch noch
DIE Erkenntnis: Was in der Großstadt Megaplakatwände sind, geziert mit sexy
Unterwäschemodels, die dazu veranlassen, Auffahrunfälle zu verursachen, sind im
Dorf unbekannte Radfahrerinnen, die dringend identifiziert werden müssen.
Madonna könnte sich nicht mehr angestarrt fühlen, wenn sie aus dem Haus geht!
Vielleicht bin ich doch nur im Urlaub für das Landleben geschaffen, denn ich
befürchte, in einem ordentlichen Dorf kann man 80 Jahre lang leben und ist
immer noch die Zugezogene oder Neue. Ich weiß, wovon ich spreche. In diesem
Sinne: Good to be back. Moin Moin Hamburg!
Sonntag, 16. Juni 2013
Donnerstag, 13. Juni 2013
Die bedauerliche Abwesenheit eines Füllers mit blauer Tinte
Ich denke darüber nach ein Buch zu basteln. Ich fühle
mich genauso berufen wie der Rest der Republik. Aufgrund meiner absoluten
Inkompetenz und Ahnungslosigkeit Verlagen gegenüber zu treten, bin ich deshalb heute
mal wieder meiner Hassliebe, der Internetrecherche, zum Opfer gefallen und habe
dabei so manch Widersprüchliches erfahren, aber vor allem, wie wichtig es sei,
das Anschreiben an einen Verlag mit einem echten Füller mit blauer Tinte zu
unterschreiben (unbedingt!). Vita (bis vor kurzem wusste ich nicht mal, was das
sein soll) und Anschreiben sollen darüber hinaus aufklären, wer ich bin und was
ich überhaupt vom Verlag will - aber immer schön auf das Schreiben bezogen. Das
heißt, ich habe für Verlagsmitarbeiter überhaupt keine Vita und kann mir das Anschreiben
somit sparen, denn ich kann ja (noch) nichts vorweisen, außer der Tatsache,
dass ich schreibe und es seit Jahrzehnten tue.
Vorausgesetzt, die Ratschläge kann ich ernst nehmen,
so interessiert es weder Verlage noch sonst jemanden, dass ich blogge und mit
11 Jahren mal mit einer der schlechtesten Horrorgeschichten der Welt einen
Wettbewerb unserer Landkreisbibliothek gewonnen habe. Gewinn: Schallplatte von
Brenda K. Starr, die so bekannt ist wie ich.
Nach all den Ratschlägen bin ich sicher, dass ich es
nur falsch machen kann, aber was ich vom Verlag will, ist ja wohl klar: Die
sollen mein Exposé lesen, auch wenn ich jemand ohne Füller und ohne blaue Tinte
bin!
Samstag, 25. Mai 2013
Nö!
Eine
Freundin, die immer auf meiner Seite war, hat sich von ihrem Freund zum
Geburtstag ein E-Book schenken lassen. Bäh, wie unromantisch. Das habe sie
zunächst auch gedacht, aber nun sei sie bekehrt. Innerhalb kürzester Zeit wurde
dann aufgerüstet. Nun muss das Wohnzimmer ungefähr so aussehen, wie bei Bill
Gates das ganze Haus. Die Technik entwickle sich so rasant, wenn man sich nicht
ein bisschen damit auseinander setzen würde, dann habe man spätestens in 20 bis
30 Jahren verloren. Was hat man dann eigentlich verloren? Seine Freiheit,
Geheimnisse oder einfach das eigenständige Denken, wertvolle Lebenszeit?
Ich
führe ja nach wie vor heiße Beziehungen zu echten Büchern. Aber ich bin da im
Kopf auch nicht flexibel, was technische Errungenschaften angeht. Neulich ist
mein Fernseher, der jahrzehntelang treue Dienste geleistet hat, nach kurzer
Krankheit verstorben und ja, ich hätte fast geheult. Dann habe ich mir einen
neuen Fernseher gekauft und dann habe ich wirklich geheult, weil es überhaupt
gar kein Fernseher ist, sondern so etwas wie ein Computer. Ich will doch
einfach nur mal Tagesschau gucken,
und das Gerät wollte aber irgendwelche Angaben, Eingaben und Downloads, noch
ehe es überhaupt irgendwie loslegte. Wann ist das denn passiert, dass der
ordinäre Fernseher abgeschafft wurde???
Ich
liebe die Einfachheit!! Darum bin ich ja auch nicht smart genug für ein
Smartphone. So wie ich hoffentlich mal eine der wenigen Menschen sein werde,
die keine Plastikmöpse und Schlauchbootlippen oder Arschimplantate haben – oder
noch schlimmer (!) ein Arschgesicht, indem Fett aus dem solchen direkt in mein
Gesicht verpflanzt – wird; so werde ich hoffentlich auch die Frau sein, die
allein den Weg findet oder atmen kann, ohne vorher ein Gerät einzuschalten.
Was
den Fernseher betrifft, so habe ich es geschafft, ihn zu bedienen und sogar
Sender sortiert. Es hat einen Monat gedauert. Rest in Peace my Röhrenfernseher! Du warst
viel schöner und hast mir nicht so viel Zeit gestohlen, visuellen Direktkontakt
mit echten Menschen zu haben, die mir am Herzen liegen. Als wäre dafür nicht
schon der Job verantwortlich!
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