Sollten Sie zu den armen Schweinen gehören, die
kürzlich einen Antrag gestellt haben, der von unserer Dienststelle bearbeitet
werden muss, so bitte ich um etwas Geduld. Montag kam das neue Telefon und am
Donnerstag erst die Schulung dazu. Es bedurfte drei Tage intensivster
Spielereien, um die neue Zeitfressmaschine insoweit bedienen zu können, als
dass ich in der Lage bin, das möglich zu machen, was mit dem alten Telefon
problemlos funktionierte. Ich arbeite nicht mal in der Verwaltung und war
dennoch fast eine Woche ausschließlich mit der Selbst- und Telefonverwaltung
beschäftigt. Wenn es sonst nix ist... Anstatt eines Telefons muss ich nun
Nutzeroberflächen bedienen - mehrere an der Zahl. Multitasken. Updaten.
Downloaden. Konfigurieren. Voicemail. Und ganz viel Beunruhigung, denn der
Schulungsheini erzählte dann, als wäre es ein Grund zur Freude, dass 2015 auch
das private Festnetztelefonieren auf dieses System umgestellt werde und der
Endverbraucher, also ich, würde es wahrscheinlich nicht mal merken, es sei denn,
er oder sie habe ein altes Telefon, das auf Internettelefonie nicht kann. Und
da muss ich sagen: Ja, das habe ich bestimmt. Und nun habe ich auch noch Angst,
dass dieses Telefon bald verstirbt. Tiffy und ich - das ist eine ganz große
Liebesgeschichte. Wenn der (mir wohl unausweichlich zwangsweise aufgedrängte)
Fortschritt Tiffy umbringt, dann schreib ich nur noch Briefe.
Mittwoch, 14. November 2012
Montag, 12. November 2012
Frühbuchen lohnt sich! Ja, klar...
Hier mal eine kleine Ergänzung zu meinem Beitrag von
letzter Woche. Ich möchte ja nicht klugsch***en, aber ich liebe es, wenn ich
recht habe. Darum hat es mir ja fast gefallen, als ich heute drei Stunden im
Wartezimmer einer völlig überfüllten Hausarztpraxis verweilen musste, um an die
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu gelangen. Ich will nicht vergessen: Heute
ist mein erster Urlaubstag! Und nur darum, habe ich mich überhaupt dem
Wartezimmer und dem Hausarzt ausgesetzt, denn nachdem ich schon im letzten
Urlaub krank war (Urlaub bekommt mir scheinbar nicht), wollte ich diesen nicht
auch noch opfern.
Zur Sache: Natürlich hab ich nicht frühgebucht - weder
beim Arzt (Obwohl es hier vielleicht ratsam wäre, denn dann wäre ich ja
eventuell so schnell dran gewesen, wie der Privatpatient, den sie dazwischen gemogelt
haben - Mmh, ist wohl doch eher 'ne Versicherungsfrage...) noch die Reise, die
ich gestern antreten wollte. Und ich stelle fest: Weder früh- noch spätbuchen
ist ratsam! Einfach losfahren! Sicherheit gibt es nicht. Der Maßstab ist der
gegenwärtige Moment und dem ist meine Planung sch***egal. Gegenwart: Schwerer
grippaler Infekt. (Noch gestern Abend dachte ich, ich läge im Sterben und da
sagt man immer, Männer seien wehleidig... Tststs.)
Und, habe ich eine Reiserücktrittsversicherung oder
eine Versicherung abgeschlossen, als ich den Fahrschein bei der Deutschen Bahn
bestellte? Nö. Denn neben Planen, Vergewissern und Frühbuchen, glaube ich auch
nicht an jede mir angebotene Versicherung. Und, was soll ich sagen? Die Welt
dreht sich weiter. Ich habe sogar ganz viel Geld zurückbekommen und das, obwohl
ich sowohl die Unterkunft als auch die Fahrt gerade einmal vierundzwanzig
Stunden vorher abbestellt habe. Pah. Und der Rest? Naja, ein bisschen Schwund
ist immer. Mit Versicherungen bei Bahn und Unterkunft wäre der sogar noch
größer, habe ich gerade mal recherchiert. Es hätte nicht (viel) mehr Rückerstattungsbetrag
ergeben, aber dafür hätte ich noch teuer Geld bezahlt. Und die Moral von der
Geschicht?? Planen, frühbuchen und versichern lohnt sich nicht!
Dienstag, 6. November 2012
Urlaubsplaner, Frühbucher, Vorausschauende und Sichergehende
Bis morgen früh soll ich mir überlegt haben, wie meine
Urlaubsplanung 2013 aussieht. Ja, nee, ist klar! Als, wenn ich keine
dringenderen Beschwerden hätte, asthmatische zum Beispiel. Wo wird man denn
heutzutage nicht mehr von Kunstduft umzingelt?? Mittlerweile kann ich scheinbar
selbst mein Waschmittel nicht mehr ab. Mmh. Mir mit nur mäßig Sauerstoff
versorgtem Kopf Gedanken über meine Urlaubsplanung zu machen - Ja, das hat mir
gerade noch gefehlt! Wo kommen die denn plötzlich alle her, diese
Urlaubsplaner, Frühbucher, Vorausschauenden und Sichergehenden?? Ihr nervt!
Neulich rief mein Vater an und fragte mich, wann ich Weihnachten denn genau
nach Hause kommen würde und ob mit oder ohne Freund. Hallo?? Was weiß ich denn?
Das ist in zwei Monaten!
Die Welt hat aber nichts mehr übrig für spontifixe
Menschen wie mich. Spätestens an Silvester wird mir das wieder schmerzlich
bewusst werden, weil ich mich auch in diesem Jahr nicht schon 12 Monate im
Voraus auf eine Aktivität für den 31.12.2012 festgelegt habe. Unverständnis,
wenn die Kollegen fragen und ich das antworte. Wie kann man nur, wo doch die
dringende Notwendigkeit der Planung offensichtlich ist?! So wie natürlich
unsere Urlaubsplanung. Ja, Last Minute war gestern, heute will sich ein(e)
Jede(r) den Frühbucherrabatt sichern. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Mich kann
der mal!
Die einzige Ausnahme mache ich da für Konzerte. Obwohl
es mich auch hier eher belastet als erfreut, heute schon zu wissen, dass ich am
17.06.2013 nichts anderes vorhaben darf und hoffentlich noch auf die Band
stehe, für die ich gerade eine Karte bestellte.
Ich finde es schon beschissen, zwei Wochen im Voraus
zu planen und fühl mich überfrachtet und fremdbestimmt. Wenn ich beruflich
schon völligst verplant bin, will ich in meiner Freizeit nicht auch noch vom
Monster ÜBERREGULIERUNG aufgefressen werden. Leute, die frühbuchen, ziehen sich
auch Warnwesten an! Ich nehme weiterhin das, was übrig bleibt, denn auch heute
halte ich es mit John Lennon, der schon immer wusste: Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht!
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