Dienstag, 6. November 2012

Urlaubsplaner, Frühbucher, Vorausschauende und Sichergehende

Bis morgen früh soll ich mir überlegt haben, wie meine Urlaubsplanung 2013 aussieht. Ja, nee, ist klar! Als, wenn ich keine dringenderen Beschwerden hätte, asthmatische zum Beispiel. Wo wird man denn heutzutage nicht mehr von Kunstduft umzingelt?? Mittlerweile kann ich scheinbar selbst mein Waschmittel nicht mehr ab. Mmh. Mir mit nur mäßig Sauerstoff versorgtem Kopf Gedanken über meine Urlaubsplanung zu machen - Ja, das hat mir gerade noch gefehlt! Wo kommen die denn plötzlich alle her, diese Urlaubsplaner, Frühbucher, Vorausschauenden und Sichergehenden?? Ihr nervt! Neulich rief mein Vater an und fragte mich, wann ich Weihnachten denn genau nach Hause kommen würde und ob mit oder ohne Freund. Hallo?? Was weiß ich denn? Das ist in zwei Monaten!
Die Welt hat aber nichts mehr übrig für spontifixe Menschen wie mich. Spätestens an Silvester wird mir das wieder schmerzlich bewusst werden, weil ich mich auch in diesem Jahr nicht schon 12 Monate im Voraus auf eine Aktivität für den 31.12.2012 festgelegt habe. Unverständnis, wenn die Kollegen fragen und ich das antworte. Wie kann man nur, wo doch die dringende Notwendigkeit der Planung offensichtlich ist?! So wie natürlich unsere Urlaubsplanung. Ja, Last Minute war gestern, heute will sich ein(e) Jede(r) den Frühbucherrabatt sichern. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Mich kann der mal!
Die einzige Ausnahme mache ich da für Konzerte. Obwohl es mich auch hier eher belastet als erfreut, heute schon zu wissen, dass ich am 17.06.2013 nichts anderes vorhaben darf und hoffentlich noch auf die Band stehe, für die ich gerade eine Karte bestellte. 
Ich finde es schon beschissen, zwei Wochen im Voraus zu planen und fühl mich überfrachtet und fremdbestimmt. Wenn ich beruflich schon völligst verplant bin, will ich in meiner Freizeit nicht auch noch vom Monster ÜBERREGULIERUNG aufgefressen werden. Leute, die frühbuchen, ziehen sich auch Warnwesten an! Ich nehme weiterhin das, was übrig bleibt, denn auch heute halte ich es mit John Lennon, der schon immer wusste: Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht!
 

Freitag, 2. November 2012

War wohl nix...

Da hab ich neulich noch behauptet, ich wär so gänzlich unpolitisch und so mein Blog… Und schon heute komm ich mit diesem Anliegen um die Ecke, zu dem ganze Horden willkommen sind (und NOCH MEHR!!!!!!!).
Ich bin ja grundsätzlich dagegen. Immer. Zuerst jedenfalls. In dieser Sache bleibt es wohl auch so.
 
Sollte sich doch noch mal etwas bewegen? Werden sich wirklich soziale Dienstleister bewegen? Eine Lobby für die, die keine haben? Und bewegen sich auch viele mit? Und hoffentlich auch in die richtige Richtung?? Für den Anfang wäre schon toll, wenn es VIELE (ja, Massen!)  am 23.11.2012 vom Dammtor bis zum Hachmannplatz am Hamburger Hauptbahnhof schaffen.
 
 
 
 
 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Ich will doch nur spielen!

Als Kind würde ich auch verhaltensauffällig werden, wenn meine Mutter mich ignoriert, weil sie dauertelefonierend mit ihrer Freundin die Vorteile meines ADHS erörtert. Haben schließlich auch viele Spitzensportler UND Robbie Williams! So eine Flatrate will schließlich abtelefoniert werden. Ich sitz ja nur daneben. Die Frage ist, ob ich überhaupt ADHS hätte, wenn ich nicht schon immer dazu gezwungen worden wäre, irgendwie Aufmerksamkeit zu erregen, um sie mal kurz vom Handy aufschauen zu lassen. Ermahnung zum Stillsein, ist schließlich auch Zuwendung, wenn auch nicht ganz die, die ich am liebsten habe. 
Oder, wenn mein Vater mich hinter sich herzieht, weil er es morgens mal wieder eilig hat, meine Schritte aber viel zu klein sind für sein Tempo - ich habe gerade erst laufen gelernt - und er komplett auf der Leitung steht und mich dann noch genervt des Bummelns beschuldigt!
Und, wenn meine Mutter sich und mir eine Warnweste anziehen würde, für den Schulweg, auf dem sie mich auch in der zweiten Klasse noch begleitet, und sich dann einbildet mein Lebensrisiko minimieren zu können, ich wiederum andererseits alle Entscheidungen selbst treffen muss und sie mich fragt, was denn heute eingekauft werden muss und ich morgen in die Schule mitnehmen will oder mein kleiner Bruder in den Kindergarten, ja, da muss ich sagen: Verdammt, ich bin ein Kind und das ist mir doch scheißegal! Morgen ist nichts, was ich mir heute schon vorstellen will und kann. Ich will auch nicht zum Ballett, sondern einfach mal ordentlich toben, auch wenn auf der Rasenfläche vor unserem Haus ein dickes Schild steht, mit dem das verboten wird. Und ich bin auch überhaupt nicht daran interessiert, dass du mir morgens im Bus ganz laut erzählst, dass du gestern Abend mit Papa eine Auseinandersetzung hattest, in der es um meinen Hortplatz ging. Hallo?? Geht‘s noch? Ich will doch nur spielen!